Zeig' Microsoft die rote Karte!

Dieser Text ist für alle PC-Nutzer bestimmt, die schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben, Microsoft Windows die rote Karte zu zeigen und ein Linux-Betriebssystem zu installieren, dies aber aus irgendwelchen Gründen aufgeschoben oder verworfen haben. Ich habe auch fast 2 Jahre gebraucht vom ersten Gedanken bis zur ersten Linux-Installation. Meine Erfahrungen gebe ich gern weiter. Vielen Dank an Jens Kattner (→ www.ziegenkoppel.de) für die Erlaubnis, sein Bild mit der roten Karte verwenden zu dürfen. Weitere hilfreiche Links findest du am Ende des Dokumentes.

Im Leben hat man oft die "Qual der Wahl" - VW oder Opel, Aldi oder Lidl, Mallorca oder Ibiza, Sekt oder Selters, Bausparen oder Miete zahlen, Hamburger SV oder FC St. Pauli. Im Gegensatz zur freien Wahl des Autos oder des Fussballvereins gibt es aber praktisch keine freie Wahl des Betriebssystems beim PC-Kauf "von der Stange", also im Elektronik- oder Lebensmittelmarkt. Alle neuen PCs werden dort mit einem vorinstallierten Betriebssystem aus Redmond (Firmensitz von Microsoft) ausgestattet, aktuell mit Windows XP. So wissen die meisten PC-Nutzer wahrscheinlich nichts von alternativen Betriebssystemen und Programmen. Aber gerade die Microsoft-Produkte Internet Explorer (Browser) und Outlook Express (E-Mail-Client) fallen immer wieder und häufiger als andere Programme im Zusammenhang mit Sicherheitslücken und deren Ausnutzung durch Computer-Viren und -Würmer auf.

Du mußt Microsoft Windows nicht von deinem Rechner verbannen, um ein sicheres System zu bekommen, ich hatte auch nie Probleme mit Würmern und Viren auf meinem Win98-PC. Ich habe aber von vornherein auf das "dynamische Duo" Internet Explorer und Outlook Express verzichtet (Gelbe Karte sozusagen...) und stattdessen mit dem Browser Opera und dem Mail-Client Pegasus Mail gearbeitet. Als Office-Suite hatte ich StarOffice (die kommerzielle Version von OpenOffice.org) installiert, damit konnte ich sogar die Dateien der Programme Word, Excel und Power-Point (.doc, .xls, .pps) lesen und schreiben.
Zur Cebit 2002 stellte ich mir nach einem Besuch des Suse-Standes die Frage, warum ich nicht ganz auf Microsoft-Produkte verzichte und stattdessen LINUX benutze. 2 Jahre lang habe ich diese Frage mal mehr und mal weniger gewälzt, immer mit dem Ergebnis: "Neh, das ist mir zuviel Arbeit und dann kann ich auch einige liebgewonnene Programme nicht mehr benutzen..." - der liebe Gott erhalte mir meine Ausreden! ;-)
Im April 2004 kam die Computer-Zeitschrift c't mit einer Knoppix-CD heraus. Knoppix ist eine Linux-Distribution, die ohne Installation nur von CD bootet und läuft. Damit konnte ich Linux testen, ohne mein System zunächst zu verändern. Meine gesamte Hardware funktionierte mit Knoppix. Das brachte mich ein großes Stück weiter in Richtung Linux.

Vor dem Wechsel des Betriebssystems wollte ich natürlich wissen, ob ich alles, was ich mit dem Computer so tue, auch mit Linux tun können würde. Die ComputerBild brachte mich schließlich zu Suse Linux 9.0. Das ist momentan noch auf meinem Rechner, neben einem total verwaisten Windows 98. Ich vermisse es nicht und mit den Linux-Programmen bin ich ebenso zufrieden, wie vorher unter Windows. Jede Linux-Distribution enthält bereits alle Programme für die wichtigsten Arbeiten am Computer und es gibt unter Linux immer mehr als eine Lösung, dazu sind die Programme größtenteils kostenlos erhältlich.
Gut, aller Anfang ist schwer und der Rückfall vom fortgeschrittenen Windows-Nutzer zum Linux-Neuling ist nicht leicht, aber es ist zu schaffen. Im Internet gibt es jede Menge Support und auch die Computer-Zeitschriften entdecken immer mehr Linux. Außdem sollte jeder in seinem Bekanntenkreis mindestens einen Linux-Nutzer finden. Einfach mal herumfragen. ;-)

Mittlerweile (Oktober 2004) habe ich mich von Suse Linux und Windows 98 getrennt und nur noch ein Betriebssystem: Ubuntu Linux 4.10 PR. Dabei handelt es sich um eine brandneue ("PR" steht für "Preview Release") Distribution, die auf Debian basiert und vom südafrikanischen Multi-Millionär Mark Shuttleworth (der erste Afrikaner im All) finanziert wird.

Links zum Thema:

Opera Browser (Browser für Windows und Linux)
Pegasus Mail (Mail-Client für Windows)
c't (Magazin für Computertechnik)
Knoppix (Linux ohne Installation)
Computer-Bild (wer kennt sie nicht?)
Suse Linux (deutsche Linux-Distribution)
Pro-Linux (deutschsprachige Linux-Seite)
Penguins Linuxlog (Gemeinschafts-Weblog über Linux)
Pengupedia (Linux-Wiki)
Ubuntu Linux (deutschsprachige Linux-Distribution aus Afrika)
deutsches Ubuntu-Linux-Forum (unoffizielles Ubuntu-Forum)
SelfLinux (deutschsprachige Linux-Dokumentation)